Wenn der Körper spricht, weil wir selbst keine Worte mehr finden
Manchmal kommt jemand zu mir mit Rückenschmerzen, die kein Arzt erklären kann. Oder mit einem Druck auf der Brust, der bei jeder Untersuchung verschwindet, sobald ein Gerät danach sucht. Die Befunde sind unauffällig. Das Leiden ist es nicht.
Ich glaube, der Körper übernimmt manchmal, was der Kopf nicht mehr schafft. Wenn ein Gefühl zu groß wird, um es zu denken, oder zu gefährlich, um es auszusprechen, wandert es woanders hin. In den Nacken. In den Magen. In Schultern, die sich nie mehr ganz entspannen.
Das ist keine Einbildung. Der Schmerz ist real. Nur seine Sprache ist eine andere als die, die wir erwarten.
In meiner Arbeit habe ich gelernt, psychosomatische Symptome nicht als Umweg zu behandeln, sondern als eigene, oft sehr genaue Sprache. Ein Symptom sagt selten, wovor es warnt. Aber es sagt zuverlässig, dass etwas übersehen wurde.
Menschen, die bei mir landen, haben diesen Weg oft schon hinter sich: Hausarzt, Fachärztin, manchmal mehrere Untersuchungen. Alles unauffällig, und trotzdem hält der Schmerz an. Erst dann beginnen wir, gemeinsam zuzuhören, was der Körper zu sagen versucht, seit er niemand mehr fand, der ihn ernst nahm.
Ich verspreche dabei nichts. Nicht jeder Schmerz löst sich, sobald man ihn versteht. Aber viele Menschen berichten, dass etwas leichter wird, sobald der Körper nicht mehr allein tragen muss, was eigentlich gesehen werden wollte.
Vielleicht ist das der eigentliche Auftrag meiner Arbeit: dem Körper wieder zuzuhören, bevor er lauter werden muss.
Wenn dieses Thema bei Ihnen etwas anklingen lässt, schreiben Sie mir gerne.
