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Kita-Qualität in Deutschland weit unter internationalen Standards
Kurzmitteilung
„Die Qualität ist in unseren Kitas weit von den international empfohlenen
Standards entfernt. Das dürfen wir nicht länger hinnehmen. Kitas müssen gut
ausgestattet sein, und die Gruppen brauchen fast durchgehend einen besseren
Betreuungsschlüssel. Um die Qualität in Kitas zu steigern, spricht sich das
Deutsche Kinderhilfswerk für ein Investitionsprogramm in Höhe von fünf
Milliarden Euro jährlich für die nächsten Jahre aus. Sonst werden wir in unseren
Kindertageseinrichtungen den Kindern nicht ausreichend gerecht“, betont Holger
Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks vom 22.5.2015
Internationale Bindungskonferenz in München
Kurzmitteilung
Das Programm der Internationalen Bindungskonferenz ist online. Titel: „Bindungstraumatisierungen – Wenn Bindungspersonen zu Tätern werden“ Die Konferenz findet vom 9.-11. Oktober in München statt.
Link zum Konferenzprogramm
Diese Bindungskonferenzen finden immer großes Interesse und sind in den vergangenen Jahren schnell ausgebucht gewesen.
Ich werde an der Konferenz teilnehmen und würde mich über weitere Teilnehmer aus dem Raum Erfurt zwecks Fahrgemeinschaft und fachlichen Austausch freuen! Bitte schreiben Sie mich einfach an: anke.weismantel@reha-psych.de
Onlinetherapien sind effektiv
Kurzmitteilung
Der Artikel „So erstaunlich effektiv sind Onlinetherapien“ zeichnet ein wirklich sehr optimistisches Bild von Online- und Webtherapie. Für meinen Geschmack wohl doch etwas zu optimistisch. Jedoch zeigt er deutlich, dass die Bedeutung dieses Zugangs zu Hilfe für psychische Probleme zukünftig extrem zunehmen wird.
kostenfreie Online-Therapie für depressive Schwangere
Kurzmitteilung
Die Möglichkeiten von Internettherapie sind äußerst vielfältig und oftmals speziell auf Problemfelder bzw. Störungsbilder zugeschnitten. Diese Spezialisierungen sind ein echter Vorteil, da Patienten egal wo sie sich befinden, Zugang zu passgenauen Angeboten erhalten können.
Ein Problemfeld, das durch das Gesundheitssystem stark unterversorgt wird, ist die Schwangerschaft. Hier finden Patientinnen oft einmal aufgrund der langen Wartezeiten und auch aufgrund Ihrer begrenzten Verfügbarkeit für eine längerfristige Therapie keine ausreichende therapeutische Hilfe.
An der Universität Leipzig widmet man sich genau dieser Zielgruppe. Die derzeit durchgeführte Studie zur Online-Therapie richtet sich an übergewichtige Frauen, die während ihrer Schwangerschaft unter depressiven Stimmungen leiden. Depressionen während und nach der Schwangerschaft sind weit verbreitet und stellen mit einer Prävalenz von 10-15 % eine der häufigsten Komplikationen der prä- und postnatalen Periode dar. In dieser Studie „Der Schwangerschaftsdepression davonspazieren“ nehmen die Teilnehmerinnen nach einer ausführlichen Diagnostik an einer achtwöchigen Internettherapie teil. Ziel der Intervention ist es, die depressiven Stimmungen zu verringern, die Lebensqualität der Teilnehmerinnen zu verbessern und einer starken Gewichtszunahme während der Schwangerschaft entgegenzuwirken. Das Therapieangebot ist kostenfrei und die Studie findet ausschließlich über das Internet statt.
Kontakt: Hilfe bei Schwangerschaftsdepression – Universität Leipzig
Link zum Artikel in der ZEIT: Hilfe für übergewichtige, depressive Schwangere
Therapie via Internet
Kurzmitteilung
Die Möglichkeit einer Online-Therapie wird zunehmend bekannter und so erscheinen immer mehr Artikel zu diesem Thema. Insbesondere die Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen via internetbasierte Psychotherapie eignet sich hierbei gut als Aufhänger, denn sie ist sehr gut erforscht und ihre Wirksamkeit belegt. Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte einen sehr eindrücklichen Artikel über eine Therapieform für traumatisierte Patienten aus dem arabischen Sprachraum, Link zum Artikel: „Psychotherapie Online – Manche Mail bleibt ewig im Kopf“. Aber nicht nur für Traumata eignet sich die Online-Therapie, auch andere psychische Störungen, wie z.B. Depressionen lassen sich damit behandeln.
Die Gründe dafür eine Psychotherapie über das Internet in Anspruch zu nehmen sind unterschiedlich. Entweder gibt es aktuell keine andere
Möglichkeit für psychologische Hilfe und Unterstützung, oder auch die Hemmschwelle sich persönlich mitzuteilen ist zu hoch. Hierbei kann die Anonymität des Internets zu einem großen Vorteil einer webbasierten Therapie werden, da es vielen Menschen viel leichter fällt, sich über das geschriebene Wort zu öffnen und mitzuteilen, als einem zunächst noch unbekannten Gegenüber. Dazu kommt der Vorteil, dass man räumlich und zeitlich unabhängig von Geschäftszeiten von zuhause aus mit seinem Therapeuten kommunizieren kann.
Was eine Online-Therapie auf keinen Fall leisten kann, das ist die Behandlung von z.B. schweren Depressionen mit Selbstmordgedanken. Hierbei ist eine konventionelle Behandlung unersetzbar.
Krippe im ersten Lebensjahr? – Nein!
Kurzmitteilung
Ein Interview mit dem meine fachlich Sicht sehr übereinstimmt.
„Wie viel und welche Betreuung ist gut für mein Kind? Bildungsforscherin Fabienne Becker-Stoll erklärt Eltern, worauf sie achten sollten – und wie es um die Qualität deutscher Kitas bestellt ist.“
Hier eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen und Zitate:
- 80% der Einrichtungen in Deutschland sind nur von mittelmäßiger Qualität.
- Worauf Eltern z.B. achten sollten ist eine standardmäßig 4 bis 6wöchige Eingewöhnung
- Eine gute Krippe / KITA erkennt man daran, dass „es ruhig und entspannt ist. Dass keine Kinder weinen, ohne getröstet zu werden. Die Kinder werden angelächelt. Und wenn ein Kind vormittags müde wird und eine Pause braucht, kriegt es die auch.“
- In 1/3 der Einrichtungen gelingt es auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder liebevoll und prompt und angemessen zu reagieren = Qualitätskriterium!
- Das ist die Voraussetzung für Bildung und Lernen, was in diesem Alter aber nur möglich ist, wenn das Kind sich in einer emotionalen Beziehung geborgen fühlt.
- Übrigens kann es einem Kind nur so gut gehen wie seiner Bezugsperson!
- „Der Punkt ist, dass Eltern ihr Kind rausholen müssen, wenn sie merken, dass die körperlichen und seelischen Grundbedürfnisse ihres Kindes in der Kita nicht beantwortet werden. Wenn die Abläufe nicht an den kindlichen Bedürfnissen ausgerichtet sind. Wenn es keine Bezugspersonen gibt, keine Eingewöhnung. Wenn man dort Kinder weinen lässt, dann ist das Alarmstufe rot. Dann müssen Eltern eine andere Betreuungslösung suchen. Auf keinen Fall: Augen zu und durch. Die Verletzbarkeit der Kinder in diesen ersten drei Lebensjahren ist einfach zu groß.“
- „Das ist das vielleicht wichtigste Ergebnis unserer großen Qualitätsstudie: Kinder mit Migrationshintergrund brauchen exzellente Einrichtungen, um sich gut zu entwickeln. Bevor sie eine schlechte oder mittelmäßige Kita besuchen, bleiben sie besser zu Hause.“
Gute KITA-Qualität in Zahlen
Kurzmitteilung
Die wichtigsten Eckpunkte für eine gute Qualität der außerfamiliären Betreuung
Anzahl der Kinder pro Erzieher(in) bzw. Tagespflegeperson:
- Bei Kindern zwischen 1 und 3 Jahren ist ein guter Schlüssel 1:3 maximal 1:4
- Bei Säuglingen unter 1 Jahr ist ein guter Schlüssel 1:2
(Im Gegensatz dazu sieht der aktuelle Schlüssel in Thüringen so aus:
zwischen 1 und 2 Jahren 1:6; bei den 2 bis 3jährigen bei 1:8
Quelle: ThürKitaG)
Anzahl der Kinder in der Gruppe
- Bei Gruppen mit nur gleichaltrigen Kindern unter 2 Jahren sollten es maximal 6 Kinder sein (homogene Gruppen)
- Bei 2-3jährigen Kindern sollten es maximal 8 Kinder (homogene Gruppe)
- Bei altersgemischten Gruppen sollten es maximal 15 Kinder, mit maximal 5 Kindern unter 3 Jahren in der Gruppe sein
Quelle: „Deutsche Liga für das Kind“ http://www.fruehe-tagesbetreuung.de/ (Seite 10, direkter Link zum PDF)
Vererbung von Trauma
Kurzmitteilung
Rattenmütter übertragen Angst auf Nachwuchs
(…) Wenn man den Müttern oder Eltern früh genug bei ihren psychischen Problemen hilft, hilft man auch den Kindern nachhaltig.
Einführung eines Pflicht-Elternführerscheins
Kurzmitteilung
Der Staat als Erzieher: CDU-Politiker fordern „Elternführerschein“
Nun ja, ein medienwirksamer Aufhänger aber inhaltlich ist der Bericht durchaus sehenswert.
Neben vielen nützlichen Hinweisen und Angeboten enthält das Video eine äußerst wichtige Botschaft, nämlich das „beängstigende“ Ausmaß und die Folgen denen wir uns als Gesellschaft stellen müssen und die deutlich beziffert werden und damit hoffentlich wieder mehr ins Bewusstsein rücken: „20% (!) aller Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten mit ihrer Entwicklung, Gesundheit und Bildung…“