Vortragsabend zum Start wirklich guter frühkindlicher Betreuung

Eltern und Fachkräfte informierten sich zu kindgerechter Eingewöhnung in KiTa und Tagespflege und entdeckten eine gemeinsame Sprache für gelingendes Miteinander

Der erste offene SAFE®-Elternabend finanziert durch die Bundesinitiative Frühe Hilfen, fand am vergangenen Donnerstag im Rathaus am Fischmarkt statt. Mehr als 30 Eltern, ErzieherInnen und Tagesmütter, die sich für das Wohl von kleinen Kindern in der Eingewöhnung und in der Betreuung sowie für frühkindliche Bildung interessierten, füllten die Räumlichkeiten. einladung-elternabend-fisch

Die seltene, weil bunte Zusammenstellung der Teilnehmer, bestehend aus Eltern und Betreuungspersonen, erwies sich als äußerst gewinnbringend und fruchtbar für die Veranstaltung. In keinem anderen Kontext könnten sich Eltern und Fachkräfte so offen, stressfrei auf Augenhöhe und von Mensch zu Mensch begegnen. Durch die referierten Inhalte war es zudem möglich eine gemeinsame Sprache zu finden und damit die verschiedenen Perspektiven und Einsichten auszutauschen und gemeinsam mehr Verständnis und Wertschätzung füreinander zu erlangen. Es wurde konstruktiv und intensiv über gängige Eingewöhnungspraktiken in Erfurt und Umgebung diskutiert und die wissenschaftlich begründeten Bedingungen guter Eingewöhnung mit den in der Praxis gegebenen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen in Thüringen und anderen Ländern abgeglichen.

Das erklärte Ziel der Veranstaltung, nämlich ein basales Verständnis entwicklungspsychologischer Grundprinzipien kindlicher Entwicklung zu vermitteln und deren fundamentale Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und Bildung bis ins Erwachsenenalter zu verdeutlichen, konnte laut der Rückmeldungen der Teilnehmer voll erreicht werden. Durch die in leicht verständlichen und eingängigen Beispielen und Bildern vermittelte Funktionsweise der Kinderseele, war es insbesondere für die teilnehmenden Eltern möglich, die Notwendigkeit von guter Eingewöhnung und Betreuung nicht nur zu erkennen, sondern selbstbewusst und im Einklang mit dem elterlichen Bauchgefühl auch auf einem theoretisch-fachlichen Niveau einzuschätzen.

Einige Eltern fühlten sich hierdurch so bestärkt, dass vorige Unklarheiten über die Betreuungssituation des eigenen Kindes gänzlich aus dem Weg geräumt werden konnten. So berichtete eine Mutter: „Meine Zweifel haben sich komplett aufgelöst und ich vertraue zukünftig mehr auf mein Bauchgefühl. Es ist wirklich toll, dass das eigene Gefühl von so viel Fachlichkeit gestützt wird!“. Positiv überrascht waren viele Eltern über die eingängigen und logisch nachvollziehbaren Zusammenhänge kindlichen Verhaltens: „Warum erfährt man das nicht viel früher?!“ wollte eine Mutter nach Ende der Veranstaltung wissen.

Auch für die Betreuungspersonen gestaltete sich der Abend als gewinnbringend, da eigene Grundhaltungen noch einmal fachlich untermauert werden konnten und wichtige Eingewöhnungstipps insbesondere auch zur Elternarbeit zu einer Bestärkung der eigenen Position und fachlichen Herangehensweise beitrugen. So meldete eine Tagesmutter zurück: „Es freut mich sehr, dass meine Art Eingewöhnung zu gestalten genau richtig ist und ich das Eltern jetzt noch besser erklären kann. Aber es ist auch erschreckend, was da einige Eltern von woanders berichtet haben. Solche Abende sind wirklich wichtig. Ich hoffe sehr, dass Sie das noch öfter anbieten.“

Die Position, dass derartige Veranstaltungen und vertiefende Angebote regelmäßig angeboten werden sollten, fand bei allen Teilnehmern großen Zuspruch. Einige Teilnehmer wünschten sich diese Abendveranstaltung sogar als Pflichtveranstaltung für alle Eltern und Fachkräfte, damit Kinder nicht mehr unter Verhaltensweisen und Praktiken leiden müssten, die kindgerechter und damit gesunder Entwicklung entgegenwirken. Von den Teilnehmern eingebrachte Einzelbeispiele deuteten darauf hin, dass solche Methoden zum Teil aufgrund mangelnder Kenntnisse vielleicht sogar in der Annahme ihres Erziehungswertes angewendet und propagiert würden. Hier konnten sich die Teilnehmer gegenseitig in ihrer bindungsorientierten Grundhaltung und dem Grundsatz, einer sicheren Bindung immer Vorrang vor anderen Erziehungs- oder Bildungszielen zu geben, bestärken.

Alles in allem kann der erste offene Vortrags- und Diskussionsabend für Eltern und Fachkräfte als sehr gelungen bezeichnet werden. Allerdings zeigte ich auch Verbesserungsbedarf: Zwei Stunden sind für so ein bedeutungsvolles Thema und viele individuelle Fragen einfach viel zu kurz, da waren sich alle Teilnehmer einig. Die anschließende Diskussionszeit von einer weiteren Stunde wurde somit auch voll ausgenutzt.
Der zweite und vorerst letzte Elternvortrag zum Thema kindgerechte Eingewöhnung, Wohlbefinden in der Betreuung und gelingender frühkindlicher Bildung findet am 02.12., wieder ab 18 Uhr im Rathaus am Fischmarkt statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Anke Weismantel
Dipl.-Reha-Psych. (FH)
SAFE®-Mentorin

Für die TeilnehmerInnen der beiden Elternabende gibt es hier die wichtigsten Materialien und Links zum Download.

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Krippe im ersten Lebensjahr? – Nein!

Kurzmitteilung

Bindungsforscherin und Leiterin des Bayerischen Staatsinstituts für Frühpädagogik, Fabienne Becker-Stoll im Interview mit der FAZ

Ein Interview mit dem meine fachlich Sicht sehr übereinstimmt.

„Wie viel und welche Betreuung ist gut für mein Kind? Bildungsforscherin Fabienne Becker-Stoll erklärt Eltern, worauf sie achten sollten – und wie es um die Qualität deutscher Kitas bestellt ist.“

Hier eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen und Zitate:

  • 80% der Einrichtungen in Deutschland sind nur von mittelmäßiger Qualität.
  • Worauf Eltern z.B. achten sollten ist eine standardmäßig 4 bis 6wöchige Eingewöhnung
  • Eine gute Krippe / KITA erkennt man daran, dass „es ruhig und entspannt ist. Dass keine Kinder weinen, ohne getröstet zu werden. Die Kinder werden angelächelt. Und wenn ein Kind vormittags müde wird und eine Pause braucht, kriegt es die auch.“
  • In 1/3 der Einrichtungen gelingt es auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder liebevoll und prompt und angemessen zu reagieren = Qualitätskriterium!
  • Das ist die Voraussetzung für Bildung und Lernen, was in diesem Alter aber nur möglich ist, wenn das Kind sich in einer emotionalen Beziehung geborgen fühlt.
  • Übrigens kann es einem Kind nur so gut gehen wie seiner Bezugsperson!
  • „Der Punkt ist, dass Eltern ihr Kind rausholen müssen, wenn sie merken, dass die körperlichen und seelischen Grundbedürfnisse ihres Kindes in der Kita nicht beantwortet werden. Wenn die Abläufe nicht an den kindlichen Bedürfnissen ausgerichtet sind. Wenn es keine Bezugspersonen gibt, keine Eingewöhnung. Wenn man dort Kinder weinen lässt, dann ist das Alarmstufe rot. Dann müssen Eltern eine andere Betreuungslösung suchen. Auf keinen Fall: Augen zu und durch. Die Verletzbarkeit der Kinder in diesen ersten drei Lebensjahren ist einfach zu groß.“
  • „Das ist das vielleicht wichtigste Ergebnis unserer großen Qualitätsstudie: Kinder mit Migrationshintergrund brauchen exzellente Einrichtungen, um sich gut zu entwickeln. Bevor sie eine schlechte oder mittelmäßige Kita besuchen, bleiben sie besser zu Hause.“

Link zum Artikel

Fachtag „Billige Kitas mit bester Qualität“ in Erfurt

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ – wie ich sie erlebt habe

Diese Dokumentation habe ich nach der heutigen Tagung als meine Abendbeschäftigung angefertigt und da der Tag auch nach der Veranstaltung weiterging und mit Familienleben auch recht lange war, bitte ich die Unvollkommenheit des Textes zu entschuldigen. Ich wollte es heute noch abschließen, das war das erklärte Ziel und das habe ich geschafft. Es gilt der allseits beliebte Spruch: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Das gleiche gilt für Ausdruck und Zeichensetzung. Worauf ich jedoch viel Wert lege, dass ist die grundsätzliche Richtigkeit meiner Aussagen. Falls ich hier etwas falsch zitiert haben sollte, oder etwas in falschen Zusammenhang gebracht haben sollte, bitte ich um Rückmeldung und um Entschuldigung! Gerne bin ich auch bereit, Ihre persönlichen Dokumentationen aus z.B. den anderen Workshops hier einzufügen. Und noch ein letzter Hinweis: Kritik nehme ich persönlich, und zwar als persönliches Geschenk! Nutzen Sie die Kommentarfunktion dieser Seite – sie dürfen gerne dazuschreiben, ob Sie eine Veröffentlichung zustimmen, oder ob das Geschriebene nur für mich bestimmt ist.

Wer sich für ein persönliches Statement von mir interessiert, muss sich leider noch wenig gedulden.

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Die Moderation des Tages übernahm Bettina Löbl, Vorsitzende des TLfK e.V.. In ihren Ausführungen betonte sie unter anderem, dass der Thüringer Betreuungsschlüssel aktuell gut sei und Herr Minister Matschie stimmte ihr deutlich nickend zu. Nur im internationalen Vergleich fehle es vielleicht noch ein bisschen, fügte Frau Löbl an.

Im Anschluss betonte Herr Minister Matschie die entscheidende Bedeutung des öffentlichen Drucks durch das Volksbegehren, welches die Umsetzung des KitaG 2010 erst möglich gemacht habe. Trotzdem dürfe man sich nicht zurücklehnen! Man müsse im Gegenteil die weitere Verbesserung vorantreiben und er sieht hierfür folgende Hierarchie auf: 1. Ein ausreichendes Angebot müsse für die Eltern geschaffen werden [ausreichendes Platzangebot]. 2. Die Erzieher müssten nach Tarif bezahlt werden. 3. Die baulichen Standards müssten geschaffen werden und zuletzt (4.) könne man die Kita-Gebühren reduzieren. Herr Matschie betonte zudem, dass es frühkindliche Bildung nicht zum Nulltarif geben könne. Wir müssten unser System weiterentwickeln und besser machen und die Mitsprache der Eltern, sei eine wichtige Qualitätskontrolle für das Kita-System.

Studie Praxis Nov KitaG

Dr. Keikenbom, Geschäftsführer der Aproxima – Sozialforschung, stellte die Studie „Ein Blick in die Praxis nach der Novellierung des Thüringer KitaG 2010“ vor. Diese qualitative Studie stelle den Ist-Stand aus dem Blick der ErzieherInnen dar und welche Erfahrungen sie mit dem neuen Gesetz haben machen können. Einige der von ihm beschriebenen Probleme möchte ich hier nennen: Da wären insbesondere die strukturellen Probleme der Raumgestaltung, der fehlende Personalpuffer und damit der Wunsch mehr Zeit zu haben, der überall genannt worden sei, zu nennen. Zudem sei es fast unmöglich Dienstpläne und Arbeitsstunden mit der dünnen Personaldecke zu planen. Insgesamt würde eine große Belastung der Mitarbeiter zurückgemeldet. Leider erschloss es sich mir aus meinen Aufzeichnungen nicht mehr exakt in welchem Zusammenhang der folgende Satz stand: „Die Kinder unter drei Jahren müssen ein Stück weit vernachlässigt werden.“ Vielleicht hat jemand hier vollständige Aufzeichnungen und kann den Satz in einen logischen Zusammenhang bringen. Dafür wäre ich sehr dankbar!

Weiter führte Herr Keikenbom aus, dass bei Erziehern viel mehr als früher Mediationsfähigkeiten gefragt seien, die oft fehlten. Der Beratungsbedarf sei insgesamt gestiegen und oft würden viele Individualwünsche an die Fachkräfte gestellt. Dies müsse in der Weiterbildung eine größere Rolle spielen, da z.B. gerade die Tür- und Angelgespräche von besonderer Bedeutung für die Elternarbeit seien.

Das Thema Inklusion wurde ebenfalls behandelt, wobei die wichtige Grundlage, nämlich eine gewisse moralische Verfasstheit der Gesellschaft Erwähnung fand, auch wenn diese nicht in der Studie aufgegriffen wurde. Auch in diesem Bereich seien die fachlichen Fähigkeiten der Pädagogen nicht ausreichend, obwohl Integration und Inklusion heuten jeden träfen.

Zusammenfassend stellt Herr Keikenbom fest, dass die Herausforderungen an die Erzieher sehr groß seien. Insbesondere im ersten und zweiten Lebensjahr und im Bereich des gestiegenen Beratungsaufwandes in der Elternarbeit (Mediationskompetenz). Bildung beginne in den frühkindlichen Entwicklungsphasen.

Hier ist die komplette Studie zu finden: http://library.fes.de/pdf-files/bueros/erfurt/09820.pdf

Peter Häusler

Der nächste Redner war Peter Häusler vom TLfK e.V., der als Vertretung für Herrn Brychcy eingesprungen war und für dessen Redebeitrag ich äußerst dankbar bin. Beruflich sei er mitverantwortlich für das Gelingen von Investitionen als Qualitätsmanager in der Industrie. Dies lasse ihn natürlich auch mit einem wirtschaftlichen Blick auf die Kitas schauen. Wichtig beim Qualitätsmanagement sei vor allem die Identifikation der Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssten. Es müsse uns zunächst erst einmal klar werden, was wir wollen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sei da an erster Stelle genannt. Sie sei eine Forderung, die nicht zuletzt aus der Deutschen Wirtschaft komme. Des Weiteren sollten Kitas die Eltern bei ihrer Erziehungsleistung unterstützen, es also nicht schlechter machen, als es die Eltern selbst tun. Zum dritten und wichtigsten Punkt führte er das Problem der überforderten Eltern an. Es existiere kein einheitliches Wertesystem mehr in unserer Gesellschaft. Verunsicherte Eltern hätten verunsicherte Kinder, was durch die Erzieher aufgefangen und gemanagt werden müsse. Insbesondere Kinder aus Familien mit psychisch oder suchtkranken Eltern seien oft bindungsunfähig und Erzieher müssten in die Lage versetzt werden, damit umzugehen! Sie müssten in der Lage sein, mit diesen Kindern in Beziehung zu treten! Herr Häusler stellte noch einmal die Frage in den Raum, welche Rahmenbedingungen wir brauchen. Er wünsche sich solche Diskussionen in einem größeren Rahmen hier in Thüringen und er wünsche sich mehr Kommunalpolitiker, die sich mit der Thematik beschäftigten. Erst wenn man die Rahmenbedingungen kenne, erst wenn man die Anforderungen kenne, könne man investieren und nicht umgekehrt. Investitionen, die ohne die Kenntnis der Anforderungen getätigt würden, nenne man in der Wirtschaft dann zumeist Fehlinvestitionen.

Auszüge aus den Berichten der Workshops

Workshop 1: Rechtsanspruch, Wunsch oder Wahlrecht – Hirngespinst oder Realität?

Das Gesetz sei an vielen Stellen suboptimal. Es würden z.B. Langzeiterkrankungen wurden beklagt. Dies würde keine Berücksichtigung in der Personalplanung finden, was jedoch nicht gesetzeskonform sei. Die Personalausstattung müsse höher sein. Die Gruppengrößen seien zudem im Gesetz leider nicht geregelt. Es käme vor, dass 20 und mehr Kinder einschließlich Kleinkinder in einer Gruppe betreut würden. Auch sei die Betreuung durch Tagesmütter nicht im Gesetz geregelt.

Workshop 2: Schluss mit Gebührendickicht und überzogenen Kitagebühren – sind gebührenfreie Kita’s eine unterstützenswerte Forderung?

Ja, aber die mind. Qualitätsstandards müssten gesichert und gehalten werden. Die Forderung einer kostenfreien Kita sei eher plakativ zu verstehen. Das Fachkräftegebot: gute Bezahlung nach TVÖD sei die notwendige Wertschätzung und 70% der Träger würden 10% unter TVÖD zahlen. Wörtliches Zitat: „Warum müssen wir (Eltern) darum betteln, dass Erzieher angemessen bezahlt werden?“, Vision: Gebührenfreiheit.

Workshop 4: ElternMitWirkung – wenn Eltern mehr als nur Kuchen backen wollen

Als Hauptproblem wurde hier die Kommunikation herausgearbeitet. Des Weiteren wurde auch hier der Betreuungsschlüssel thematisiert und eine sehr eindringliche Andeutung gemacht, dass in diesem Workshop äußerst „schwierige Berichte“ aus der Praxis dargelegt wurden, denen dringend nachgegangen werden müsse [Einzelfälle?!].

Workshop 5: Inklusion auf Teufel komm raus – Fluch oder Segen

Die Rückmeldung auch hier: Fehlende gut ausgebildete Fachkräfte, aber ein Problembewusstsein dafür.

Workshop 6: Wozu ausgebildete Fachkräfte in Kitas und warum so viele?

– Schlechte Ausbildung an den Fachschulen, die zum Teil „jeden Schüler durchziehen“ aus finanziellen Gründen; fehlendes Praktikum am Anfang der Ausbildung, wodurch keine Eignungsprüfung stattfinden kann; Vorschlag: Fachkräfte aus der Praxis als Lehrende an die Schulen, wobei das kaum umsetzbar sei.

– Personalmangel bei der Praxisbetreuung der Auszubildenden

– Weiterbildungsveranstaltungen seien oft „Bummiveranstaltungen“ [qualitativ minderwertig, warum wird das so hingenommen? Qualiätsmanagement?]

– Kompetenzweitergabe und Kompetenzgefälle: Fehlender fachlicher Austausch der Kitas.

– Konflikte im Team werden auf den Rücken der Kinder ausgetragen. Fehlende Angebote von Supervision?!

– Personalausstattung ist noch nicht ausreichend

– Krankenstand, insbesondere Langzeitausfälle werden nicht durch die Träger abgefangen (nicht gesetzeskonform), obwohl der Schlüssel im Schnitt immer eingehalten werden müsse. Hinweis auf die Möglichkeit der Überforderungsanzeige

– Die Mindestpersonalbesetzung wird zur Normalität. Das Personal müsse ständig nachreguliert werden, was im schlimmsten Fall einen ständigen Betreuungswechsel bei den Kindern zur Folge hätte, da wird’s „kriminell“

– Kritik an der Landesfachberatung: Diese käme aus dem Schulbereich und nicht aus der Kita. Konzeptionen würden nur auf dem Papier geprüft.

Teilnahme am Workshop 7: Familienförderung und Elternbildung – vernachlässigt, überflüssig oder überfällig?

Denny Möller JHA-Vorsitzender Erfurt, Prof. M. Rißmann (FH-Erfurt), R. Schmack-Siebenlist-Hinkel (Kuratorin der Stiftung Familiensinn)

Prof. Rißmann führte kurz einleitend aus, dass Eltern heute sehr viel mehr unter Druck stünden und verunsichert seien. Sie seien einer hohen Belastung ausgesetzt und litten selbst unter Zeitnot bei der Erziehung, laut Familienreport 2010. Insgesamt sei der Soziale Wandel der letzten 20-30 Jahre rücksichtslos gegen die Eltern gewesen, dies sei eine Tatsache! Eltern hätten jedoch ein großes Vertrauen in die Kitas, weswegen schwierige Eltern nun dort abgeholt werden sollen. Frau Prof. Rißmann erläuterte kurz ihr eigenes Projekt, die „Eltern-Kind-Zentren“, was aller Voraussicht nach wohl aber leider nur ein Modellprojekt bleiben wird. Insgesamt wurde beklagt, dass es gute Konzepte, Weiterbildungen und Modelle für den Bereich der Familienförderung und Elternarbeit gäbe, die jedoch kaum bekannt seien, bzw. nirgends zentral zur Verfügung stünden. Frau Schmack-Siebenlist-Hinkel machte hierbei das konkrete Angebot, auf der Homepage der Stiftung Familiensinn unter Wissenswertes einen Pool von guten Angeboten anzulegen. Jeder, der ein Angebot, eine Weiterbildung etc. empfehlen könne, sei aufgefordert die Information per Email oder auch per Telefon an die Stiftung weiterzugeben. Zusätzlich wurde aber der Wunsch nach einer Fachtagung zur ausführlichen Vorstellung solcher Ansätze deutlich. Einige Beispiele für gute Ansätze seien hierbei „Parents as Teacher“, „Marte Meo“ [sehr ähnlich dem SAFE-Ansatz] und die Ausbildung zum „Elternberater“. Insbesondere die Ausbildung zum Elternberater sei wegen des großen Selbsterfahrungsanteils sehr beliebt und bereichernd für Kitas. Sehr schnell wurde auch deutlich, dass aber der Transfer in die Arbeit, die Überführung in die Normalität ein großes Problem darstellt, da eine einzige fortgebildete Erzieherin hierfür nicht ausreiche. Insgesamt fehle es an der Zeit und den Ressourcen in den Einrichtungen, um adäquate Weiterbildungen flächendeckend zu gewährleisten. Dass Erzieher selbst zahlten und die Veranstaltungen in ihrer Freizeit besuchten, sei kein akzeptabler Zustand, jedoch vielerorts Realität. Weiterhin könnten auch gut ausgebildete Erzieher den Anforderungen an die Elternarbeit, der im Bildungsplan festgeschrieben sei, nämlich als das Eingehen einer Erziehungspartnerschaft mit den Eltern nicht erfüllen, da ihnen schlichtweg die Zeit dafür fehle.

Zusammenfassung Workshop 7 und Ende der Veranstaltung

Angebote seien im Land nicht ausreichend bekannt. Keine Verstetigung guter Angebote, sondern meist nur Projektcharakter. Denny Möller nutzte die Gunst der Stunde und appellierte an die Fachkräfte in den Einrichtungen, sich nicht auf das Engagement von Eltern oder Politik zu verlassen, da diese nur bis zu einem gewissen Grade und aus eigenen Beweggründen für sie eintreten würden. Die einzigen, die die notwendigen Verbesserungen an der Situation der ErzieherInnen bewirken könnten seien sie selbst. Er empfahl dringend, sich in Gewerkschaften oder anderweitig zu vernetzen und sich für das eigene Wohl zu engagieren! Dies kann ich nur eindringlich unterstützen!

 

Kindheit im Leistungswahn

SWR2 Radio-Podcast:

Zitat: „Wenn Eltern ihren Kindern eine anregende Umgebung bieten, begünstigt das die kindliche Entwicklung. Immer häufiger aber, so scheint es, übertreiben Eltern es heute mit ihrem Ehrgeiz. Sie verplanen ihre Kinder mit Kursen und versuchen, die schulische Laufbahn zu kontrollieren. Doch zu viel Leistungsdruck kann Kindern schaden. Ob Sport, Musik oder Sprachkurse für Dreijährige: Zu viele Anregungen im Kleinkind-Alter sowie andauernder chronischer Leistungsstress können sogar zu kognitiven und psychischen Langzeitschäden führen. Besonders gefährlich wird es, wenn Eltern ihre Liebe und Zuwendung an Leistung knüpfen.“

Ein toller Beitrag, in dem sehr eindrücklich erklärt wird, warum zu viel „Förderung“ das Gegenteil bewirken und sogar große Schäden verursachen kann. Wie es Eltern besser machen können erklären Dr. Brisch und Prof. Hüther:

Dem Kind eine sichere Bindung ermöglichen, da das hierdurch geschaffene Urvertrauen das „Fundament der Persönlichkeit“ bildet. Außerdem ist es sinnvoll die Kinder selbst zum Akteur des eigenen Lernprozesses werden zu lassen, damit sie den zukünftigen Anforderungen in unserer Gesellschaft was z.B. Kreativität angeht gewachsen sein werden.

Link zum Beitrag

Vortrag „Lernen“ Prof. Struck

Ich habe versucht den Vortrag so wortwörtlich wie möglich wiederzugeben, was mir zum größten Teil vermutlich auch gut gelungen ist. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es sich hier um die Aussagen von Herrn Struck und nicht um mein Gedankengut handelt. Zu einigen Aussagen habe ich eigene Kommentare in eckige Klammern gemacht.

Wer die Mitschrift als PDF downloaden möchte, kann dies hier tun: Prof. Struck „Lernen“ Erfurt, Nov 2013

 

Vortrag des Erziehungswissenschaftlers
Prof. Dr. Peter Struck (Universität Hamburg)

Individualisierung und Rhythmisierung des Lernens

DASDIE Erfurt, 11.11.2013 | Veranstalter: AKTIV-SCHULE Erfurt

Einleitung:

Kinder leben in vier Lebenswelten: Das sind Familie, Schule, Medienlandschaft und die Jugendkultur. Drei dieser Lebenswelten haben sich in den letzten 60 Jahren rasend schnell verändert, eine nicht und das ist die Schule!

Familie

Die Familie ist von „Familienzerfall“ betroffen. Es gibt 19 beschriebene verschiedene gelebte Familienmodelle in Deutschland.

Die Effekte sind folgende:

  • ca. 15% der Deutschen Kinder werden von ihren Eltern „verplant“. Die Eltern haben eine Übererwartung an ihre Kinder. Solche Kinder sind gezwungen Entwicklungsstufen zu überspringen und stoßen dennoch ständig auf enttäuschte Gesichter. Kinder mit solchen Erfahrungen haben das höchste Risiko einmal in die Drogenszene abzurutschen, da sie mit Hilfe von Drogen versuchen den Übererwartungen zu entfliehen.
  • ca. weitere 15% der deutschen Kinder werden von den Eltern als störend empfunden.
  • die übrigen ca. 70% der Deutschen Kinder:

a)      10% werden einigermaßen gut erzogen, was sich jedoch erst mit 19 Jahren beurteilen lässt! Erst dann wissen wir, ob wir es richtig gemacht haben.

b)      60% werden von ihren Eltern zwar geliebt und die Eltern wollen es richtig machen, aber sie wissen nicht wie es geht. Eine Zahl: 30 Milliarden Euro werden hierzulande für Erziehungsratgeber und Zeitschriften ausgegeben! Leider nur verwirren die dort gegebenen gegensätzlichen Empfehlungen nur.

Jugendgeneration

Heute umfasst eine Jugendgeneration ca. 2,5 Geburtsjahrgänge. Vor 50 Jahre waren es noch 7 Geburtsjahrgänge, deren Freizeitverhalten, Musikgeschmack (z.B. Elvis) etc. nahezu identisch waren. Das heißt, Lehrer müssen sich viel häufiger als früher auf eine ganz neue komplett andere Jugendkultur einstellen.

Schule

Die Schule hat sich am wenigsten verändert. Die aktuelle PISA-Studie zeigt aber, dass 5000 Schulen in Deutschland in der Zukunft angekommen sind und etwas anders machen! Davon sind ca. die Hälfte Privatschulen (3000 Privatschulen insgesamt, davon sind 2500 Schulen leistungsstark). In Flensburg gibt es im Gegensatz zum Rest der
Republik mehr Privatschulen als Staatliche Schulen, dies liegt an der geografischen Nähe zu Schweden. Die Eltern haben nach Schweden geschaut und daraufhin Elterninitiativen gegründet. In den Niederlanden sind 78% der Schulen Privatschulen, diese werden dort aber staatlich bezahlt. Von den deutschen staatlichen Schulen sind auch 2500 Schulen in der Zukunft angekommen. Die beste Schule Deutschlands ist die Jena-Plan-Schule.

Was sagen uns die Hirnforscher über das Lernen?

UECD-Studie: Man hat 15jährige deutsche Schüler gefragt, ob sie studieren möchten. Nicht mal jeder 5. möchte einmal studieren! In den meisten anderen Ländern sind es wesentlich mehr.

Schulkritik:

  • Die Jungen werden behandelt als wären sie Mädchen
  • Wir behandeln Jungen, als wären sie dumm
  • Das Können ist längst wichtiger als das Wissen! => die Industrien und      Konzerne beschweren sich über die Schulabgänger.

Schlüsselqualifikationen, die unsere Kinder auf dem Arbeitsmarkt brauchen werden:

  1. Selbstständigkeit
  2. Team- bzw. Kooperationsfähigkeit
  3. Erkundungskompetenz
  4. Handlungskompetenz
  5. Konfliktfähigkeit
  6. Kreativität / Musische Kompetenzen
  7. Flexibilität
  8. Toleranz
  9. Fähigkeit zum vernetzten Denken
  10. Kommunikationsfähigkeit
  11. Emotionale Kompetenzen

[Kommentar: Die Grundlage dieser Schlüsselqualifikationen werden nicht erst in der Schule gelegt! Die Bindungsforschung zeigt deutlich, dass bereits innerhalb der ersten Lebensjahre die Weichen für alle diese Schlüsselkompetenzen gestellt werden! Hier können Eltern und KITA Wesentliches für ihr Kind bewirken!]

Zu Friedrich Schillers Zeiten wurden Kinder jahrgangsunterschiedlich unterrichtet. Damals meldeten die Eltern ihre Kinder irgendwann in den Schulen an und alle Kinder unterschiedlichen Alters lernten gemeinsam. Dann wurde die Schule preußisch und die Kinder wurden nach Größe, also nach Jahrgängen zusammengefasst.

Was passiert in der „Primaria“, der besten Schule der Welt

In Sankt Gallen in der Schweiz ist die beste Schule der Welt. Die „Primaria“. 4-8jährige Kinder gehen alle in einer Klasse. Es gibt in dieser Schule auch nur zwei Klassen! Jedes Kind entscheidet alleine, ob es in die nächste Klasse möchte. In dieser Schule haben die Lehrer nicht viel zu tun, denn die Kinder sind mit Lernen beschäftigt.

Die Kinder dieser Schule lernen voneinander, also jahrgangsübergreifend und mit 4-5 Mal so vielen Materialen, wie es aktuell so üblich ist. Die Lehrer wenden sich dort nur den Kindern zu, die Schwierigkeiten mit dem Stoff haben, oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Die beste Schule der USA ist „Fairheaven“. Sie ist eine Schule für Schulverweigerer! Das Schulmotto:
Schüler können nur dann Lernen, wenn sie das was sie lernen sollen, auch wollen!

Wie gelingt Lernen?

Lernstoff muss mit was verknüpft sein, sonst gelingt es nicht [siehe auch weiter unten]

  • Motivation = Zukunft
  • Lächeln
  • Rhythmus, Singen
  • Bewegung

Gehirnforschung: Wenn Kinder beim Lernen Kaugummi kauen, ist der Kopf besser durchblutet. Die Primaria-Schule stellt ihren Kindern in großen Schüsseln Kaugummis zur Verfügung.

Die Primaria ist eine Ganztagsschule. Am Tagesende vermerken die Kinder in ihrem Portfolio, was sie am Tag geschafft haben.

„Ich kann nicht verantworten, dass du nie etwas schreibst.“ Je Mehr Freiheit man den Kindern gibt, desto mehr Kontrolle muss man auch haben. Hierzu dient das Portfolio. In diesem Portfolio werden Wochenpläne mit den Kindern erarbeitet. Die Ausgangsfrage lautet: „Wie wollt ihr lernen?“ Das muss mit dem Kind erarbeitet werden!

Nur 30% der Kinder in der Primaria haben Schweizerdeutsch als Muttersprache: 70% der Kinder haben eine andere Sprache! Bis zum 10. Lebensjahr klappt der Spracherwerb problemlos! Ab dem 11. Lebensjahr steht im Gehirn nur noch Kapazität für das bisher gelernte zur Verfügung. Es gibt keine Kapazität mehr für ganz neues, wie eine neue Sprache! => Auf den Anfang kommt es an.

Das Geheimnis der Primara ist Spielen und Lernen in altersgemischten Gruppen, ab dem 4. Lebensjahr!

Aus dem Film: „Kinder, Kinder“ (Doku über die Primaria):

  • Jedes Kind entscheidet selbst, wann es in die Schule gehen will.
  • Jeder entscheidet selbst, was er lernen möchte.
  • Weil die Altersmischung so groß ist, entwickelt sich das Lernen und die      Interessen von selbst!

=> Kinder, die nicht lernen wollen, gibt es nicht!

Auf die Sorge: „Mein Kind würde ohne Zwang nie lernen, sondern nur auf Bäume klettern“, wird von der Rektorin geantwortet: „Wenn ich die Wahl habe und ich jederzeit auf den Baum klettern kann, dann will ich das nicht mehr.“

Struktur des Tages: Morgenstunden in Lern-Atelier, nachmittags gibt es spezielle Angebote

Was macht eine gute Schule aus?

  • Gute Schulen sind nicht aufgrund einer Regierung gut: Die Sonne geht immer von unten auf, nie von oben! [Eltern, ihr, WIR sind gefragt!]
  • Gute Schulen bekommen nicht unbedingt mehr Geld
  • Starke Schulleiterpersönlichkeit, meist Frauen über 50
  • Konsens im Kollegium => alle ziehen an einem Strang (nur die Privatschulen können sich ihre Lehrer aussuchen)
  • Profil/Schulprogramm/Schwerpunkt => welches ist egal, aber eine Schule muss so etwas haben (Musisch, mehrere Fächer werden in einer Fremdsprache unterrichtet, Sportgymnasium etc.)
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern
  • Heruntergespielte Bedeutung der Noten => haben eine nicht so große Bedeutung, wenn es sie denn gibt.
  • Ganztagsschule
  • Rhythmisierte Schule => Wechsel von An- und Entspannung beim Lernen (gebundene Ganztagsschulen) Keinen 45min Takt!
  • Individualisierung: hohes Maß an Individualisierung => z.B. jeder Schüler hat einen anderen Stundenplan als der nächste
  • Erhöhte Integration (z.B. flexibilisierte Eingangsphase, ab 30% Migranten deutlich bessere Lernergebnisse, als nur Deutsche Kinder! Zwei Behinderte auf 18 Kinder, in zwei Räumen mit zwei Lehrern + eine Integrationshilfe für die Schwachen!)
  • Gute Schulen haben erfahrene, also ältere Lehrkräfte (Die besten Schule haben die ältesten Lehrer! Lebenserfahrung)
  • Gute Schulen machen vieles, was sie eigentlich nicht dürfen – der wichtigste Satz! (den Mut haben im allgemeinen nur Frauen über 50! – Schulleiterinnen)

Warum es nicht für alle gelingen kann: Wir brauchen 5x soviel Sonderlehrer als heute! Die will man nicht bezahlen.

Außenkennzeichen für eine „Gute Schule“:

  • Es wird extrem viel gelernt
  • Schüler und Lehrer fühlen sich sehr wohl
  • Mehr Anmeldungen als Plätze

„Die besten Schulen schauen nicht in die Lehrpläne!“ Warum? Darum:

Das Wissen ist normaler Weise nach 6 Wochen wieder weg, wenn es ein „durchschnittlicher Reiz“ war. Das ist Absicht, denn sonst wäre die Gehirn-Festplatte schnell überfüllt. Wenn es kein durchschnittlicher Reiz ist, bleibt es aber hängen. Denken Sie an überdurchschnittliche  Reize wie das Fassen auf eine glühende Herdplatte, oder das Wiedererkennen eines Menschen in den ich mich auf den ersten Blick verliebt habe, das vergesse ich nie wieder.

Wie Wissen hängen bleibt: Entweder ich muss es 6x Widerholen oder 6 Sinne mit dazu nehmen = Szenisches Lernen! Singen, Sprechen, Tanzen etc.

Das Können bleibt uns für immer erhalten, das Wissen ist nach 6 Wochen wieder weg! Sie können 30 Jahre nicht auf einem Fahrrad gesessen haben, steigen auf und können Fahren.

Warum es nicht haufenweise gute Schulen gibt?

Der Zukunftsforscher Gottlieb D. hat einmal gesagt, dass die Krise so groß werden muss, dass es nicht mehr anders geht, bevor es wir etwas ändern.

Erst wenn die Lehrer kein Bein mehr auf den Boden bekommen, wird sich etwas bewegen!

Wodurch lernen Kinder am meisten?

Durch nichts lernen Kinder mehr als durch Rollen- und Theaterspiel. Da lernt man Selbstbewusstsein! Bei gleicher Intelligenz lernen Kinder mit großem Selbstwert doppelt so viel, als welche mit geringem Selbstwert. Kinder mit geringem Selbstwert müssen in ihrem Leben viele Beschämungen und Niederlagen erleben.

 Was man nicht in der Zeitung liest:

1. Trennung nach der 4. Klasse:
Schulen, die schon in der 4. Klasse aufhören haben den großen Nachteil, dass die Lehrer keine Verantwortung für die weitere Schulkarriere bis zum Abitur der Kinder übernehmen müssen. In den weiterführenden Schulen können Lehrer Kinder zudem sitzen lassen, um sie loszuwerden. In Ländern, wo keine Selektion geschieht, wissen die Lehrer, dass sie ein Kind niemals loswerden können, sie MÜSSEN sich mit jedem Kind Mühe geben.

Entwicklungspsychologen:
In keinem Alter brauchen Kinder so umfassend nötig zwei kontinuierliche Bezugspersonen (am besten Frau und Mann) außerhalb des Elternhauses als zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr! Genau da reißen wir sie nach der 4. Klasse auseinander!

2. Einschulungsalter:
Würde man Kinder zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr einschulen, hätte man wesentlich weniger Probleme! Kinder in diesem Alter lernen über Rituale. Da muss man nichts erklären. Kindern in diesem Alter wird das Ritual erst dann bewusst, wenn es mal ausbleibt.

3. Schulen brauchen ein Motto:

Filmausschnitt zur Schule: Kleine Kielstraße, Dortmund Nord

  • 80% der Kinder sind aus Migrantenfamilien!
  • Die Schule hat viel zu kleine Klassenzimmer
  • ABER DIESE Schule hat den Schulpreis gewonnen!

Schulen brauchen ein Motto! Das Motto dieser Schule:
„Alle Kinder dieser Welt sind voneinander verschieden, immer und überall.“

Was die Schule „Kleine Kielstraße“ ausmacht:

  • Körperhaltung darf frei gewählt werden
  • Den Kindern obliegt die freie Entscheidung darüber wie, wann und was sie lernen wollen => Die Kindern dürfen ihren Wochenplan selbst bestimmen
  • Es werden keine Lehrpläne herangezogen
  • Ständiges Rollen- und Theaterspiel
  • Der ganze Tag ist durchzogen von Singen und Musikmachen
  • In der Schule werden 5x so viele Materialen verwendet, als üblich
  • „Snoezelen“ => 6 Sinne werden gleichzeitig angesprochen: jeder darf 3min in das Wasserbett (Farben, Töne, Klänge) danach kann man 4x so gut Lernen, als vorher! => Ernorme Erhöhung des Rhythmisierung des Wechsels => Wechsel von An- und Entspannung. Man muss damit aber früh anfangen, im Alter von 5 Jahren!

Bei guten Schulen geht es nie um Rezepte!

Die Schule versucht die Kinder in Schlüsselfähigkeiten zu qualifizieren.

Jedes Kind muss sich „etwas“ anstrengen, um sein Wochenziel zu erreichen. [Kommentar speziell für Teilnehmer meiner Fortbildungen zum Thema Bindung, Psychotraumatologie: „etwas“ anstrengen bedeutet, Anforderungen am oberen Rand des Stresstoleranzfensters zu erzeugen, bzw. noch besser: die Kinder diese Anforderungen selbst erzeugen lassen.]

Defizite von Deutschland und Österreich

Berechtigte Kritik durch PISA

a) Belehrungsanstalten: Schüler sollen durch Zuhören Lernen (nur 10% des Gehirns ist für Hören da) 1/3 ist für visuelle Reize zuständig (Über visuelle Reize zu Lernen geht 3x so gut, als Lernen über Zuhören)

b) Übertriebene Beschämungskultur! Niederlagen! [Selbstwertdemontierung]
Fatal für die Deutschen Jungen: Die Mädchen werden immer besser, die Jungs immer schlechter, viel rote Tinte, sitzen lassen etc.; „Ab Klasse 4 gehen alle anderen ins Gymi“. Trennungskultur! Trennung immer dann, wenn Bindung so wichtig ist. Sitzen lassen. [Ein Grundproblem unserer Gesellschaft – Bindungsunsicherheit]

Ein Gymnasiallehrer kann jemanden immer loswerden! Ein Finnischer Lehrer weiß, dass er einen Schüler nie wieder los werden wird! Das macht eine ganz andere Motivation! Er muss sich auf das Kind einstellen.

c) Falsche Fehlerkultur => Der Fehler ist kein Übel! (Preußisches Denken = Fehler sind schlecht) Fehler und Probleme sind Freunde beim Lernen! Die Hirnforscher und Lernpsychologen: Für alle Menschen gilt: Wir werden am Besten durch Handeln, Fehler machen und nebenbei Lernen.

Es gibt einen dramatischen geschlechtsspezifischen Unterschied:

  • 60%      aller Mädchen und Frauen können durch Handeln, Fehlermachen und nebenbei      Lernen gut Lernen.
  • 40%      aller Mädchen und Frauen können zur Not durch Lesen, Gucken etc. Lernen
  • 90%      der Jungen können gut Lernen durch Handeln, Fehlermachen und nebenbei Lernen.
  • Nur 10% der Jungen können durch Lesen, Zuhören und Sehen zur Not Lernen.

=> Eine Schule fördert indirekt die Mädchen!

In den 60er Jahren konnte man das noch nicht wissen

Noten

In Norwegen und Schweden beginnen die Noten in Klasse 9.

In Finnland schon ab Klasse 7 – das ist viel zu früh!

Bis zum 13. Lebensjahr darf man Kindern keine Noten geben, das hat was mit der Pubertät zu tun. Ein 8jähriger lernt ausschließlich für Noten. Einem 14jährigen muss man Noten geben, denn er weiß dass es etwas mit ihm und seinem Lernen zu tun hat.

Wenn die Noten ab der Klasse 1 gegeben werden, dann wird die Zukunft unserer Gesellschaft komplett weiblich werden! Das sagen Hirnsforscher und Lernpsychologen.

 So speichern wir Wissen:

  • 10% durch Lesen – Deutsche Schule
  • 20% durch Hören – Deutsche Schule
  • 30% durch sehen – Deutsche Schule
  • 50% durch Sehen und Hören => z.B. Fernsehen! Wenn ein 9jähriger einen Heinz Sielmann Film sieht, ist das durchaus was Gutes
  • 80% durch selber Sagen => 4x so viel wie durch Sehen und Hören.
  • 90% durch selber Tun – HANDELN!

Es ist immer noch so, dass ein deutscher Schüler in 45min eine min spricht, im Bundesdurchschnitt! Er lernt 2min etwas sinnvoll Neues. Weitere 2min lernt er etwas, aber etwas anderes als der Lehrer wollte. Er lernt also doppelt so viel, als die Lehrerin dachte. Das obere Leistungsdrittel lernt nix neues, weil die das schon können, also 1/3 ist überfordert.

Man kann 10x so viel in einer Stunde lernen. Man lernt auch z.B.: welche Markenklamotten angesagt sind, wie man den Nebenmann ärgern kann, Mobben etc., wie man Schummelt, dass es die Lehrerin nicht merkt, Spicken etc.

Lappland: Chorsprechen als Fremdsprachenunterricht und die Kinder lösen Probleme so oft wie möglich zu zweit. Kinder erobern sich selbsthandelnd das Wissen! Kinder erklären andere Kindern was => das erklärende Kind behält von dem was es vermittelt 90%!!!!

Schüler lernen von anderen Schülern im Schnitt doppelt so viel, wie von noch so guten Erwachsenen!

Medien in den Kinderzimmern von Grundschülern (Zahlen für 8jährige Deutsche Kinder)

[habe leider nicht mehr Zahlen mitschreiben können]

  • Fernsehgerät 77%
  • Computer / Laptopp / Tablet
  • Playsattion / Spielkonsole
  • Radio Musikanlage
  • Handy, Smartphone
  • Comic
  • Bücher

Bei Sozialhilfeempfängern ist mehr als da steht.
In den neuen Bundesländern ist mehr als dort steht.
Bis auf die letzte Zeile.

Hirnforschung

  • Diese jungen Kinder haben ganz andere Hirnvernetzungen als wir Erwachsenen! Sie sind anderes vernetzt, aber nicht schlechter. Sie lernen also auch ganz anderes!
  • Sie können nicht mehr gut Zuhören (Trickfilme – Zappeln) = „Verdorbene Wahrnehmungsschwellen“! – bekannt als „Montagssyndrom“ deutscher Grundschulen). Die Dänen haben das als erste gemerkt, da die in den 90er Jahren am besten ausgestattete Kinderzimmer mit Medien hatten. ´95 sagte ein Lehrer öffentlich: „Früher konnten die Menschen anders lernen, und wie sie früher lernten führte zu Unterrichtsformen wie sie heute sind. Da sie heute nicht mehr Zuhören können, müssen sie Zuhören wieder entwickeln. Lernen durch Reden und Lernen durch Handeln ist das was uns bleibt!“ Die haben dann ihre Schulen so umgestellt und einen Preis gewonnen.
    => Die jungen Leute können nicht mehr Zuhören
  • Kinder die mit diesem Medienkonsum aufwachsen sind mit 15 Jahren in Mathe und Naturwissenschaften deutlich besser, als andere! Aber dieser Zugewinn in Mathe, Technik und Naturwissenschaften wird mit einem hohen Preis bezahlt: emotionale Defizite, Schmerzunempfindlichkeit, relative Bindungsunfähigkeit!
  • Prof. Spitzer: Diese Jungen haben eine 1/3 kleinere Hirnpartie bei Jungen, die Klavierspielen.
  • Fazit: Zwischen 12-16 Jahren, durchschnittlich 4h Killerspiele am Tag => Beziehungsunfähigkeit! Das ist eine gesellschaftliche Zeitbombe: Diese zukünftigen Väter werden nicht in der Lage sein, eine Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen!
  • Kindersoldaten im Kongo: Dasselbe passiert bei unseren Kindern! Unsere Kinder „spielen“ zwar nur Killerspiele [eigener Kommentar: aber für das Gehirn ist der Effekt derselbe!]: Belohnung, Gewaltreiche Spiele werden immer realistischer. Kleine Kinder können da kaum unterscheiden zwischen Realität und Spiel
  • Alle Menschen haben eine angeborene mittlere Aggression und eine Tötungshemmung gegenüber der eigenen Art! Wenn kleine Kinder 100.000e Male auf jemanden schießen am Bildschirm (Man kann Kinder nicht am Lernen hindern!), dann lernt das Gehirn lernt! Im Insulären Kortex => da sitzt die Aggression und Empathie, Mitleid. Bei kleinen Jungen wird durch die Aggression (Killerspiele) eine Verknüpfung zwischen Lust und Aggression erzeugt! Da ist dann kein Platz mehr für Mitleid! [vereinfacht ausgedrückt]
  • Das betrifft nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Aggression mit Leid verknüpft heißt, dort ist kein Platz mehr für Empathie => diese Opfer werden unsensibel für Gewalt!
  • Unsere Persönlichkeit ist mit 13 Jahren fertig.
  • Mit 14 Jahren kann man niemanden erziehen! Lernen kann man aber noch
  • Fazit: Ein 15jähriger Mehrfachtäter wird vor dem 13. Lebensjahr dazu gemacht!
  • Faustregel: Alles in der Erziehung braucht eine mittlere Größe
  • Umgang mit dem Bildschirm muss auch gelernt werden! Das muss begleitet werden!
    • 3 Dinge müssen dabei bedacht werden
      • Auswahl! Geometrische Spiele,
      • Dosierung: Bis zum 3. Lebensjahr nie vor dem Bildschirm
        • 3-4 Jährige 20min am Tag
        • 5-6 Jährige 30min am Tag
        • 7-8 jährige 45min am Tag
        • Danach genauso lange Bewegen / Musizieren, wie sie am Bildschirm gesessen haben
      • es braucht das Gespräch zum Einbau des Gesehene
  • Amoklauf in den USA: Ein 17jähriger schießt auf einen Menschen, bei der Gerichtsverhandlung sagt er: „Hätte ich das doch nicht 100.000 Male am Bildschirm geübt.“
  • Es ist egal was Kinder spielen: Bei jedem Spiel wird Dopamin erzeugt => Belohnungssystem. Das System wächst: Neugierde + Kreativität + Fähigkeit in kritischen Situationen Auswege zu finden. Wir hatten noch nie so neugierige Kinder und konfliktstarke Kinder => mit Noten töten wir das!
  • Durch gar nichts lernen Menschen mehr, als durch Verwirrung => diese Verwirrung muss aber in einen Erfolg einmünden!
  • Negatives Beispiel: Aufsatz eines 8jährigen, darunter eine rote 5 und 2 unangenehme Sätze => Verwirrung und ist gleichzeitig beschämt worden. Wenn das 8x passiert ist ihm klar: „Ab jetzt möchte ich mit diesem Lebensleistungsbereich nie wieder was zu tun haben!“
  • Positives Beilspiel: Präventionslehrer kriegt stundenweise Einzelkinder: 9jähriges Kind: Paradoxe Intervention => „Du bist zu blöd.“ Das Gegenteil von dem sagen was wir meinen. Das setzt natürlich voraus, dass das Kind im Grunde weiß, dass das gesagte auf das Kind nicht zutrifft.
  • Zurück zu den Kindersoldaten: Deren Aggressionen werden ausgebaut, Schuld hat definitiv die Erziehung.
  • Wenn wir nicht schon das in Kindergärten und Grundschulen das aufzeigen, dass Jubel und Aggression zu einer Verknüpfung führen
  • Die Traumata kann man therapieren, aber die Lust zu Töten bleibt bestehen
  • Alles was bis 13 Jahren etabliert wurde, lässt sich nie wieder löschen.

Filmausschnitt aus einer Reportage über Kinder-Soldaten: Thomas Elbert, Neuropsychologe: Tötungshemmung => geht über Erziehung => Sozialisation!

Was wurde seit dem Pisa-Schock besser:

  • Ganztagsschule => stärkt die Familie => geben sich am Wochenende und abends mehr Mühe mit dem Kind
  • Jahrgangsübergreifende Lernfamilien => Je mehr Jahrgänge in einem Raum, desto mehr wird gelernt! Für Lernen ist ein Jahrgang das allerungünstigste. Durch Erklären lernt man 4x so viel, als vom Zuhören
  • Flexklassen
  • Individualisierung => man weiß erst seit Kürzerem: Je intelligenter ein Kind ist, desto langsamer lernt es, je dümmer ein Kind ist, desto schneller lernt es! Der 2. wichtigste Satz vom heutigen Vortrag: Die 350.000 hochbegabten machen kaum einen Schulabschluss etc.. Die 500.000 ADS Kinder kommen kaum zum Schulabschluss. Die meisten ADS-Kinder sind hochbegabt, so um die 120 IQ. Ritalin, Medikinet => Wirkstoff Methylpenidat: Der Körper wird ruhig gestellt, der Geist bleibt wach: Nichtdroge: Kidsplus aus Japan. Heute weiß man, dass es auch nicht nötig ist. Bewegung macht zusätzliche Neurotransmitter, Bewegung ist der Schlüssel und weniger Reizüberflutung bzw.. Zappelphilippe können durch Bewegung zusätzlich Neurotransmitter zur Verfügung stellen
  • Rhythmisierung: Feinkombinierter Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung. Bei jedem Fach ist das anders!
  • Szenisches Lernen

Was passiert mit dem Gelernten nach dem Lernen?

3 Großversuche:

  • täglich 10min Englisch am Tag! Die haben mehr gelernt, als welche, die normalen Englisch-Unterricht hatten und das bei denselben Lehrern!
  • Vokabeln Lernen: normale Lernweise 16% stehen nach 6 Wochen zur Verfügung: Wenn man mit jemandem zusammen übt: Sprechen Erzählen etc., dann potenziert sich das Wissen!
  • Wenn vor Mathe Geschichte / Englisch gelehrt wurde: bleibt Mathe kaum mehr hängen, wenn davor Sport ist bleibt das viel besser im Kopf des Schülers hängen. => Tipp für Eltern: nach dem Lernen Sport oder Musizieren etc. = 4x so viel Lernen!

 Lerneffekte alles in derselben Zeit gemessen

  • Theaterspielen / Rollenspiel, 9faches lernen als nur Zuhören.
  • Lernen durch Singen, 8fach
  • Szenisches Lernen = Lernen mit Hören, Sprechen Rhythmus, Reim Takt, Bewegung, 6fach (6 mal so viele Vokabeln die 6 mal so lange hängen bleiben!): man verlässt die Schulbank: Erfahren den Stoff auf unterschiedlichem Weg => Verinnern den Stoff intensiver…
  • Lernen durch Chorsprechen, 5faches lernen
  • Lernen durch Erklären untereinander, 4fach (der der es erzählt bekommt lernt doppelt soviel, weil er von einem Mitschüler lernt)
  • Lernen durch Handeln,
  • Lernen durch Fehlermachen, 4,5faches Lernen
  • Lernen durch Präsentieren, 4faches Lernen
  • Lernen durch Aussprechen des zu Lernenden
  • Partnerarbeit, Teamarbeit,=> Kleingruppenarbeit! Am besten ist zu zweit! Gilt auch für Lehrer! Eine Klasse mit einer Frau und einem Mann als Lehrer! In Klasse 1 decken sie 100% des Lehrstoffs ab in Klasse 5 noch 70% => große Chance, dass die Kinder zu einer von beiden Lehrern eine Bindung aufbaut
  • Lernen durch Rhythmisieren
  • Mindmapping

Piaget: Alles was man beigebracht bekommt hat den Nachteil, dass man nicht mehr selbst drauf kommen kann.

Sprache: jeden Tag 10min lernen, ist am effektivsten

Konsolidierungsprozesse = Hippokampus => Verfestigung des Gelernten nach dem Lernen, dauert beim Menschen eventuell Monate oder Jahre, man weiß es nicht genau!

Diskussion / Fragen:

  • Bis zum 13. Lebensjahr ist es besser, wenn ein Fachfremder unterrichtet
  • In Kanada dürfen Lehrer nur das bis zum 8. Lebensjahr nicht das Lehren, was sie studiert haben,
  • Lehreraufgabe ist eigentlich coachen!
  • Wenn geschlechtergetrennt gelernt wird (Mädcheninternat => die studieren mehr Mathe etc.), Sozialisation: Rollenerwartungen!
  • Wenn unsere Kinder nicht mehr über Lesen lernen können, können die sich kaum mehr über Lesen selbst weiterlernen => nur 10% bleibt hängen. Lesen ist aber Schlüsselqualifikation! Wenn jemand nicht lesen möchte: egal was gelesen wird, lesen ist gut! Comics z.B. => Verknüpfung zwischen Bild und Text. Wenn Schriftsteller in Schulen kommen, wenn es Lesenächte gibt, ältere Kinder den jüngeren was vorlesen, die ganze Nacht, wenn Eltern ganz viel Vorlesen, dann fangen die Kinder auch an zu lesen.
  • Egal welche Methode man beim Lesen und Schreiben lernen sie wählen, es profitieren einige und andere nicht… immer. Die Mehrheit profitiert, eine Minderheit nicht. Das ist immer so. Für das einzelne Kind ist das Schicksal
  • Fernseher beim Lernen im Hintergrund: 1/3 der Kinder profitieren davon! Für 1/3 der Kinder ist es egal. Für 1/3 ist es schlecht. => so ist es bei allem
  • Feminisierung der Pädagogik => die Jungen bleiben auf der Strecke. In den Grundschulklassen fehlen die Männer.
  • Lehrer werden heute bei ihm (Peter Struck) in Erziehungsberatung für Eltern ausgebildet: Hausbesuche und Elternstammtische.

Schule verändert sich nur dann, wenn die Schule sich verändern will, da muss man zuerst die Eltern überzeugen! Der Veränderungswille bei den Lehrern in Deutschland ist sehr gering. Wenn man in einer Klasse etwas verändern will, braucht es mind. 3 Eltern. An einer Schule braucht es mind. 7 Eltern, mehr ist’s besser.

Pro Jahr werden in Deutschland 100 Privatschulen gegründet! Die Eltern sind es, die Veränderungen bewirken können! Die Sonne geht immer von unten auf, nie von oben.

Zunehmend wird er von Großbetrieben etwas getan: BASF, VW etc. => „Wir können mit diesen Schülern nichts mehr anfangen!“ VW in Wolfsburg macht ständig Großveranstaltungen für Schulen! VW hat alle Grundschulen fortgebildet und nun selbst eine neue Schule gegründet: „Wir sind international nur konkurrenzfähig, wenn wir da was tun!“

Es gibt immer mehr Schulen, die werden immer besser und auch mehr Schulen, die nichts verändern. Diese Schulen werden erst etwas verändern, wenn die Not zu groß wird.

Sicher gebundene Kinder sind glücklicher und leistungsstärker

Kurzmitteilung

Sichere Bindung – Auswirkungen auf das Leben

Eine Sichere Bindung schafft Urvertrauen – das Fundament unserer Persönlichkeit!
Eine Sichere Bindung ist ein Schutzschild für unsere Seele – ein Leben lang!

  • Schutzfaktor bei Belastungen
  • mehr Bewältigungsmöglichkeiten in Krisen
  • mehr Sozial Kompetenz
  • mehr Empathie
  • bessere Beziehungsfähigkeit
  • mehr Kreativität
  • mehr Selbstsicherheit
  • mehr Flexibilität und Ausdauer
  • mehr Gedächtnisleistungen und Lernen

Sicher gebundene Kinder haben einfach eine bessere Lebensqualität!

=> wissenschaftlich eindeutig belegte Fakten.

Wie verhelfe ich meinem Kind zu einer Sicheren Bindung?